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Wartung leicht gemacht

Einfache Pflege, damit dein Lastenrad lange zuverlässig fährt
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  • 4. Februar 2026 durch
    Wartung leicht gemacht
    Katharina Nippgen

    Regelmäßige Kontrolle kann viel Ärger verhindern. Wir zeigen dir die wichtigsten Punkte für Pflege und Wartung – einfach umsetzbar.

    Luftdruck

    Bei Lastenrädern fährst du mit hohem Gewicht, das beansprucht wiederum die Reifen und Schläuche stark. Deshalb ist es wichtig, dass du regelmäßig (vor jeder Fahrt) den Luftdruck prüfst. Drücke am besten dazu den Reifen an den Seitenwänden mit zwei Fingern zusammen - dieser sollte dann nicht nachgeben. Was in deinen Reifen rein soll, steht meist auf der Seitenwand.

    Nur wieviel Druck muss jetzt in meine Reifen?

    Das hängt ganz von deinem üblichen Gesamtgewicht ab. Ist das Rad oft schwer beladen, orientiere dich an dem oberen Wert. Wenn dein Lastenrad eher leicht beladen ist, reicht auch ein Mittelwert zwischen beiden Minimal- und Maximaldruck.

    Wie oft sollte ich pumpen und was passiert, wenn ich es vergesse?

    Regulär immer einmal im Monat. Solltest du mal vergessen die Luft deines Lastenrads aufzupumpen, ist das noch kein direkter Weltuntergang. Lastenradreifen sind auch bei geringem Luftdruck noch recht formstabil. Solltest du aber zu lange mit wenig Luft in deinen Reifen fahren, hat das Auswirkungen auf Mantel und Schlauch - sie werden anfälliger gegenüber spitzen Gegenständen und das Material leidet mit der Folge, dass du die Reifen früher tauschen musst.


    Bremsen

    An deinem Lastenrad sind in der Regel hydraulische Scheibenbremsen verbaut. Beim Fahren bewegst du oft viel Gewicht – entsprechend hoch ist die Belastung für die Bremsanlage. Umso wichtiger ist es, dass sie zuverlässig funktioniert.

    Achte darauf, immer beide Bremshebel zu nutzen. So verteilt sich die Bremskraft gleichmäßiger, der Bremsweg wird kürzer und einzelne Bauteile werden weniger stark belastet. Ganz nebenbei verlängert das auch die Lebensdauer von Bremsbelägen und Bremsscheiben.

    Problem-Signale

    Achte bei deinen Bremsen besonders auf folgende Anzeichen:

    • neue oder dauerhaft auftretende Geräusche beim Bremsen

    • deutlich veränderter Druck am Bremshebel

    • spürbar längerer Bremsweg

    • ungleichmäßige Bremswirkung

    Leichte Geräusche können harmlos sein und verschwinden manchmal von selbst. Hörst du jedoch dauerhaftes Schleifen, Kratzen oder Quietschen oder verändert sich der Druck am Bremshebel deutlich, solltest du genauer hinschauen.

    Fühlt sich der Bremshebel ungewöhnlich weich oder schwammig an oder lässt er sich fast bis zum Lenker ziehen, solltest du nicht weiterfahren. Bremsen gehören zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen – hier gilt im Zweifel: lieber stehen bleiben.

    Achte außerdem darauf, dass Öl oder Fett nicht mit Bremsscheiben oder Bremsbelägen in Berührung kommen. Bereits kleine Mengen können die Bremsleistung stark reduzieren und Geräusche verursachen. In solchen Fällen müssen Scheibe und Beläge eigentlich immer sofort ersetzt werden, auch wenn sie optisch noch gut aussehen.


    Antrieb

    Der Antrieb überträgt deine Kraft auf das Hinterrad – und beim Lastenrad wirkt dabei oft deutlich mehr Last als bei einem normalen Fahrrad. Ein gut gepflegter Antrieb sorgt nicht nur für ein angenehmes Fahrgefühl, sondern schont auch Material und Geldbeutel.

    Egal ob Kette oder Riemen: Wichtig ist vor allem, dass alles sauber läuft und keine ungewöhnlichen Geräusche macht. Knacken, Springen oder ruckelige Schaltvorgänge sind meist erste Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

    Worauf du achten solltest
    • Kette oder Riemen läuft hörbar laut

    • Knacken oder Knarzen beim Treten

    • Gänge springen unter Last

    • Schalten fühlt sich schwer oder unpräzise an

    • sichtbarer Schmutz oder Rost an der Kette

    Eine verschmutzte oder trockene Kette erhöht den Verschleiß deutlich. Gleichzeitig leidet das Fahrgefühl, besonders beim Anfahren oder an Steigungen – Situationen, die beim Lastenrad besonders häufig vorkommen.

    Fühlt sich das Treten ruckelig an oder springen Gänge unter Last, solltest du genauer hinschauen. Gerade beim Lastenrad wirken hier hohe Kräfte, die den Antrieb schneller verschleißen lassen können.

    Achte darauf, die Kette regelmäßig zu reinigen und anschließend leicht zu schmieren. Sie sollte weder trocken noch dick verölt sein. Überschüssiges Öl kannst du nach ein paar Metern Bewegung mit einem Tuch wieder runternehmen. Denn zu viel Öl zieht Schmutz an und beschleunigt den Verschleiß.

    Bei Riemenantrieben ist der Pflegeaufwand geringer. Dennoch solltest du auf ungewöhnliche Geräusche oder ein verändertes Fahrgefühl achten – auch hier gilt: Läuft etwas nicht rund, lohnt sich ein genauer Blick.


    Schrauben & Ladefläche

    An deinem Lastenrad halten viele kleine Schrauben und Verbindungselemente die Ladefläche, den Sattel, den Lenker oder die Sitzbänke zusammen. Gerade bei schwer beladenen Rädern ist es wichtig, dass dabei nichts wackelt oder Spiel hat. Zusätzlich zu den regulären Elementen eines Fahrrads solltest du folgendes bei Lastenrädern noch zusätzlich beachten:

    • Longtail: Achte vorallem zusätzlichauf die Ladefläche hinten: Kleine Bewegungen sind hier normal, aber spürbares Wackeln deutet auf lockere Schrauben hin.

    • Long John / Dreirad: Prüfe die komplette Ladefläche, die Achsen und Befestigungen, besonders bei den vorderen Gabeln bzw. Rahmenverbindungen. Diese Räder tragen mehr Gewicht und reagieren stärker auf lockere Teile.

    Wir halten fest:

    Alles, was Last trägt, sollte sich nicht bewegen. Wenn etwas locker ist, nicht mit Gewalt festziehen – lieber genau hinschauen und ggf. nachziehen oder checken lassen.


    Licht & Elektrik

    Sichtbarkeit und Funktionsfähigkeit sind essenziell, gerade im Alltag oder bei Dämmerung:

    • Prüfe vor jeder Fahrt, ob Front- und Rücklicht funktionieren.

    • Kabel sollten intakt und sauber verlegt sein, keine Risse oder sichtbaren Beschädigungen.

    • Bei E-Lastenrädern: Akku aufgeladen und Display funktionsfähig.

    Alles, was nicht funktioniert, kann deinen Alltag direkt beeinflussen – ein kurzer Check spart Ärger und sorgt für Sicherheit.


    Reifencheck

    Neben dem Luftdruck lohnt sich ein Blick auf den Mantel und die Felge selbst. Hierbei sind folgende Punkte wichtig:

    • Profil: abgefahren? ungleichmäßig abgenutzt?

    • Seitenwände: Risse oder Verletzungen?

    • Fremdkörper: Steine, Scherben, Glassplitter entfernen

    • Differenzierung: Das Hinterrad wird häufig stärker belastet → dies solltest du öfter prüfen

    • Felge: Prüfe deine Speichen - hier sollte nichts locker sein. Schaue ebenfalls auch mal auf deine Felge - hier könnten Risse entstanden sein.

    Optimalerweise checkst du deine Reifen einmal im Monat, während du Luft nachpumpst.

    Ein intakter Reifen schützt nicht nur vor Platten, sondern sorgt auch für angenehmes und sicheres Fahrverhalten.


    Kurzer Check vor Fahrtantritt

    Damit hast du alles Wichtige auf einen Blick:

    1. Luftdruck prüfen

    2. Bremsen (Geräusche, Druck, Hebelweg) testen

    3. Antrieb (Kette/Riemen, Schaltgefühl, Geräusche) kontrollieren

    4. Schrauben & Ladefläche kurz anfassen, ob alles sitzt

    5. Licht & Elektrik prüfen


    Wenn du dir unsicher bist oder dein Lastenrad viel im Alltag nutzt, lohnt sich ein regelmäßiger Blick von außen – wir unterstützen dich dabei gern.

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